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<title>Theodor Lerner</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Theodor Lerner</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Theodor Eduard Julius Lerner</b> (* <a href="10._April" title="10. April">10. April</a> <a href="1866" title="1866">1866</a> in <a href="Antweiler" title="Antweiler">Antweiler</a>, <a href="Ahr" title="Ahr">Ahr</a>; † <a href="12._Mai" title="12. Mai">12. Mai</a> <a href="1931" title="1931">1931</a> in <a href="Frankfurt_am_Main" title="Frankfurt am Main">Frankfurt am Main</a>) war ein deutscher <a href="Journalist" title="Journalist">Journalist</a> und <a href="Polarforscher" class="mw-redirect" title="Polarforscher">Polarforscher</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kindheit_und_Jugend">Kindheit und Jugend</h2></div>
<p>Theodor Lerner kam am 10. April 1866 in Antweiler an der Ahr als Sohn des dortigen Bürgermeisters Julius Lerner und seiner Frau Maria Magdalena, geborene Mengelbier, zur Welt. Als Kind spielte er gerne bei seinen Großeltern auf der Burg <a href="Blankenheim_(Ahr)" title="Blankenheim (Ahr)">Blankenheim</a> in der <a href="Eifel" title="Eifel">Eifel</a>, nach seinen eigenen Worten ein Dorado für Räuber- und Turnspiele. Der Vater wurde 1870 in <a href="Linz_am_Rhein" title="Linz am Rhein">Linz am Rhein</a> zum Bürgermeister gewählt, wo der Sohn die Volksschule besuchte. Hier schloss er tiefe Freundschaft mit Rheinschiffern und Steuerleuten, sehr zum Missfallen der Lehrer und <a href="Erzieher" title="Erzieher">Erzieher</a>. Der <a href="Rhein" title="Rhein">Rhein</a> verstärkte seine Liebe zum Wasser. Im Winter schwamm er zwischen Eisschollen herum. Seine großen Körperkräfte und Schwimmfähigkeiten ließen ihn einmal einen ertrinkenden Jungen aus dem Rhein retten.
</p><p>Beim Gymnasialbesuch in <a href="D%C3%BCsseldorf" title="Düsseldorf">Düsseldorf</a> erwarb er ansehnliche Kenntnisse in <a href="Latein" title="Latein">Latein</a> und <a href="Griechische_Sprache" title="Griechische Sprache">Griechisch</a>. Er hatte Freude am Gesang, den er mit seiner <a href="Bariton_(Stimmlage)" class="mw-redirect" title="Bariton (Stimmlage)">Baritonstimme</a> gerne ertönen ließ, zumal er dabei in der Regel alles andere übertönte. Später einmal sorgte er bei den gestrandeten und verzweifelten Touristen des Kreuzfahrtschiffs <i>Île de France</i> mit seinem Gesang für deren Aufmunterung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Studium_und_erste_Reisen">Studium und erste Reisen</h2></div>
<p>In <a href="W%C3%BCrzburg" title="Würzburg">Würzburg</a> nahm er das Studium der Rechte auf und wurde Mitglied der <a href="Burschenschaft" title="Burschenschaft">Burschenschaft</a> „Cimbria“. Dann setzte er das Studium in <a href="Universit%C3%A4t_Bonn" class="mw-redirect" title="Universität Bonn">Bonn</a> mit Vorlesungen in Nationalökonomie, Medizin und Jura fort. Er beendete das Studium ohne Abschluss, woraufhin ihn sein Vater als <a href="Volont%C3%A4r" class="mw-redirect" title="Volontär">Volontär</a> in der Linzer Bürgermeisterei beschäftigte. Da ihm dies wenig Freude bereitete, ging er nach <a href="Bremen" title="Bremen">Bremen</a>, um zur See zu fahren. Als Zahlmeisterassistent fuhr er nach England, Spanien und Südamerika. Es folgte in Bremen der Militärdienst als <a href="Einj%C3%A4hrig-Freiwilliger" title="Einjährig-Freiwilliger">Einjährig-Freiwilliger</a> im 75. Infanterieregiment. Mehrere Jahre lebte er in den USA, zunächst als Journalist, später als Tellerwäscher und Flaschenreiniger und am Ende als Brauerei-Vertreter für das <a href="W%C3%BCrzburger_Hofbr%C3%A4u" title="Würzburger Hofbräu">Würzburger Hofbräu</a>. Die Rückreise nach Deutschland erfolgte auf einem Dampfer als Kohlentrimmer, angeblich aufgrund einer Wette. In Kontakt mit der <a href="Arktis" title="Arktis">Arktis</a> kam Lerner bei anschließenden Fahrten auf Fischdampfern der Norwegischen Vesteraalen-Gesellschaft, die ihn nach Norwegen und Island führten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Arktisreisen">Arktisreisen</h2></div>
<p>In einem Café in <a href="Hannover" title="Hannover">Hannover</a> anlässlich einer Wehrübung las er 1896 erstmals in der Zeitung von der geplanten <a href="Andr%C3%A9es_Polarexpedition_von_1897" title="Andrées Polarexpedition von 1897">Ballon-Polfahrt</a> des Schweden <a href="Salomon_August_Andr%C3%A9e" title="Salomon August Andrée">Salomon August Andrée</a>. Um Augenzeuge dieses Aufstiegs zu werden, ging er nach Norwegen, wo ihn Direktor Witt von der Vesteraalen-Dampfschiffgesellschaft engagierte. Mit dem kleinen Dampfer <i>Expres</i> dieser Gesellschaft, begleitet von mehreren Engländern, besuchte er Andrée. Da Andrée 1896 nicht aufstieg, wurde die Aktion in das nächste Jahr verlegt. Auch 1897 war er wieder bei Andrée und unterstützte ihn beim Aufstieg. 1898 leitete Lerner eine Expedition mit dem Schiff <i>Helgoland</i> nach Spitzbergen und <a href="K%C3%B6nig-Karl-Land" title="König-Karl-Land">König-Karl-Land</a>. Diese „<a href="Deutsche_Expedition_in_das_N%C3%B6rdliche_Eismeer" title="Deutsche Expedition in das Nördliche Eismeer">Deutsche Expedition in das Nördliche Eismeer</a>“ war ursprünglich als Jagdreise geplant, sollte aber auch der – vergeblichen – Suche nach Andrée dienen. Durch die Teilnahme der Zoologen <a href="Fritz_Schaudinn" title="Fritz Schaudinn">Fritz Schaudinn</a> und <a href="Fritz_R%C3%B6mer_(Zoologe)" title="Fritz Römer (Zoologe)">Fritz Römer</a> war ihr Charakter schließlich eher der einer wissenschaftlichen Expedition, die beachtliche Ergebnisse zeitigte und zur Herausgabe des mehrbändigen zoologischen Werkes <i>Fauna Arctica</i> Anlass gab.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1899 gründete Lerner die <i>Deutsche Bäreninsel-Gesellschaft</i>, mit der er die Kohlevorkommen auf der <a href="B%C3%A4reninsel" title="Bäreninsel">Bäreninsel</a> abbauen wollte. Er wurde aber schon bald von seinem Partner, der <a href="Reederei" title="Reederei">Reederei</a> <i>Knöhr & Burchard</i>, aus dem Unternehmen gedrängt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Lerner versuchte erfolglos, die Bäreninsel für das <a href="Deutsches_Kaiserreich" title="Deutsches Kaiserreich">Deutsche Kaiserreich</a> in Besitz zu nehmen, womit er sich seinen Spottnamen „Nebelfürst“ (norw. „Tåkefyrsten“) einhandelte. Unwissentlich durchkreuzte er dabei Geheimpläne der kaiserlichen Regierung, die ebenfalls darin bestanden, mit der Bäreninsel eine deutsche Arktiskolonie zu schaffen.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Berlin heiratete er am 15. Januar 1902 die Dichterin <a href="Ilse_von_Stach" title="Ilse von Stach">Ilse von Stach</a>, von der er sich später scheiden ließ. Aus dieser Ehe stammten seine zwei Söhne Klaus (* 12. September 1902) und Thomas (* 21. Oktober 1903). Der ältere Sohn Klaus wanderte 1929 nach Peru aus, wo er als Architekt bekannt wurde. Ihm folgte sein Bruder Thomas 1953 mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin Johanna, geborene Lehmkuhl, und den Kindern Klaus und Carla.
</p><p>Um seine Kenntnisse Spitzbergens finanziell umzusetzen, trug er sich 1902 mit dem Gedanken, eine GmbH für jährliche Gesellschaftsexpeditionen ins Polargebiet zu gründen. Als mögliche Interessenten sah er Jäger, Naturwissenschaftler und Pelzhändler.
</p><p>Die Sommer 1906 und 1907 verbrachte er wiederum auf <a href="Dansk%C3%B8ya" title="Danskøya">Danskøya</a>, diesmal, um die Fahrten des lenkbaren Luftschiffs des Amerikaners <a href="Walter_Wellman" title="Walter Wellman">Walter Wellman</a> journalistisch und auch fachlich zu begleiten. Im Juli 1906 rettete er den gestrandeten französischen Touristendampfer <i>Île de France</i>. Im Herbst lernte er <a href="Fredrik_Hjalmar_Johansen" title="Fredrik Hjalmar Johansen">Fredrik Hjalmar Johansen</a> kennen, den Begleiter <a href="Fridtjof_Nansen" title="Fridtjof Nansen">Fridtjof Nansens</a> auf dessen Weg zum Nordpol. Lerner und Johansen überwinterten in einer Hütte am Kap Boheman und überquerten anschließend zu Fuß das Inlandeis Westspitzbergens in nördlicher Richtung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Liebe_und_Heirat_mit_Lydia_Stoltze">Liebe und Heirat mit Lydia Stoltze</h2></div>
<p>Im Sommer 1908 bei der Rückkehr an die Küste der Insel lernte Lerner die Frankfurterin Lydia Stoltze (* 21. Juli 1873; † 10. Juli 1954) kennen. Sie war das jüngste von acht Kindern aus der 9-jährigen Ehe des Dichters <a href="Adolf_Stoltze" title="Adolf Stoltze">Adolf Stoltze</a>. Lydia Stoltze hatte im August eine Reise mit dem Dampfer <i><a href="Thalia_(Schiff%2C_1886)" title="Thalia (Schiff, 1886)">Thalia</a></i> des <a href="%C3%96sterreichischer_Lloyd" title="Österreichischer Lloyd">Österreichischen Lloyd</a> unternommen. Auf der Stelle verliebte sie sich in den Polarfahrer, der in einem abenteuerlichen Zustand vor ihre Augen getreten war.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die beiden verlobten sich sofort unter dem 80. Breitengrad. Die Eltern in Frankfurt waren entsetzt. „Der un kein annerer“, sagte Lydia Stoltze. Im Spätsommer zurück nahm der sorgende Vater Adolf Stoltze den Polarfahrer, der immerhin der Sohn des Bürgermeisters von Linz am Rhein war, mit zum <a href="Apfelwein" title="Apfelwein">Apfelwein</a> nach <a href="Frankfurt-Sachsenhausen" title="Frankfurt-Sachsenhausen">Sachsenhausen</a>. Beim vierten Schoppen und vielen Erzählungen kamen sich die beiden Herren menschlich näher. Nach dem achten Schoppen akzeptierte der Vater den neuen Schwiegersohn. Das Paar heiratete im Februar 1909. Sie wohnten zunächst in <a href="Berlin-Charlottenburg" title="Berlin-Charlottenburg">Charlottenburg</a> bei <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>, Schlüterstraße 76. Noch im Sommer des Jahres 1909 wollte das Paar nach <a href="Spitzbergen_(Inselgruppe)" title="Spitzbergen (Inselgruppe)">Spitzbergen</a> fahren, wo Lydia als erste Frau der Welt zu überwintern gedachte. Sie fuhr zunächst für einige Wochen nach Berlin, um sich die Ausrüstung zu kaufen. Doch bald drauf <a href="Depesche" title="Depesche">depeschierte</a> sie nach Hause: „Überwinterung aufgegeben – Theodor plant mit <a href="Zeppelin" title="Zeppelin">Zeppelin</a> eine Nordpolexpedition – Lydia“.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von Juni bis Dezember 1910 lebten Lydia und Theodor Lerner in Norwegen. Ab 1911 wohnten Lerners in Frankfurt, wo im Herbst die Tochter Luise geboren wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Parseval_und_Zeppelin">Parseval und Zeppelin</h2></div>
<p>Der Luftschiffbauer <a href="August_von_Parseval" title="August von Parseval">August von Parseval</a> trug sich im Herbst 1908 mit dem Gedanken, ein Pol-Luftschiff zu bauen. Es kam zu Gedankenaustausch und Zusammenarbeit mit Lerner in dieser Sache. Am 25. Mai 1909 wurde in Frankfurt am Main die <a href="Internationale_Luftschiffahrt-Ausstellung_Frankfurt_1909" title="Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung Frankfurt 1909">Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung</a> eröffnet. An diesem Tag erzählte Lerner, empfohlen von <a href="Hugo_Hergesell" title="Hugo Hergesell">Hugo Hergesell</a>, dem <a href="Ferdinand_Graf_von_Zeppelin" class="mw-redirect" title="Ferdinand Graf von Zeppelin">Grafen Zeppelin</a> von seinem Gedanken eines Polflugs. Zeppelin zeigte sich interessiert. Daraufhin löste Lerner im Juli 1909 seinen Vertrag mit Parseval, der ja ähnlichen Zielen diente. Theodor Lerner wurde Generalsekretär der Deutschen Arktischen Luftschiff-Expedition unter Zeppelin. Im Frühjahr 1910 teilte Zeppelin Lerner dessen Entlassung mit. Ihm, Zeppelin, seien von verschiedensten Seiten Mitteilungen über die Vergangenheit Lerners zu Ohren gekommen, in denen von ehrenrührigen Handlungen Lerners die Rede sei. Lerner forderte die Herausgabe der Namen der Verleumder. Zeppelin lehnte dies ab. Es kam zu einer Duellforderung Zeppelins gegen Lerner. Lerner nahm an. Eine Ehrenkommission klärte die Angelegenheit und stellte fest, dass Lerner Unrecht widerfahren sei. Zeppelin erklärte sich für schuldig, worauf Lerner seine Forderung zurückzog. Gerichtlich wäre Zeppelin zur Mitnahme Lerners bei einer Expedition verpflichtet gewesen.
</p><p>Zur Erkundung eines möglichen Polflugs unternahm Ferdinand Graf Zeppelin im Sommer 1910 eine Expeditionsreise nach Spitzbergen. Das Schiff der Reise war der Lloyd-Dampfer <i><a href="Coblenz_(Schiff)#Schwesterschiff_Mainz" title="Coblenz (Schiff)">Mainz</a></i> unter Kapitän Max Dietrich (* 27. November 1870 Angermünde; † 27. November 1916 Hartlepool). Weitere Teilnehmer der Reise waren Prinz <a href="Heinrich_von_Preu%C3%9Fen_(1862%E2%80%931929)" title="Heinrich von Preußen (1862–1929)">Heinrich von Preußen</a>, der Pionier der <a href="Farbfotografie" title="Farbfotografie">Farbfotografie</a> <a href="Adolf_Miethe" title="Adolf Miethe">Adolf Miethe</a> und der Polarforscher <a href="Erich_Dagobert_von_Drygalski" class="mw-redirect" title="Erich Dagobert von Drygalski">Erich von Drygalski</a>. Man inspizierte unter anderem den Wellman-Hangar in Danskøya. Vor Ort kamen die Teilnehmer der Reise freilich zu der Meinung, dass der Pol mit dem Zeppelin nicht erreicht werden konnte.
</p><p>Im Sommer 1913 leitete Lerner eine eigene Expedition zur Rettung von Leutnant <a href="Herbert_Schr%C3%B6der-Stranz" title="Herbert Schröder-Stranz">Herbert Schröder-Stranz</a> und seinen Leuten. Mitglieder dieser Rettungsaktion waren der <a href="Skisport" title="Skisport">Skisportler</a> und Medizinstudent <a href="Bernhard_Villinger" title="Bernhard Villinger">Bernhard Villinger</a> sowie der bekannte Kameramann <a href="Sepp_Allgeier" title="Sepp Allgeier">Sepp Allgeier</a>, der die Geschehnisse im Film <i><a href="Mit_der_Kamera_im_ewigen_Eis" title="Mit der Kamera im ewigen Eis">Mit der Kamera im ewigen Eis</a></i> dokumentierte.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Krieg_und_Frieden">Krieg und Frieden</h2></div>
<p>Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Lerner als Feldwebel Landwehr-Offiziersstellvertreter im Schützengraben vor <a href="Toul" title="Toul">Toul</a> und im Argonnerwald. Im November des Jahres lag er mit dem 81. Infanterieregiment in vorderster Feuerlinie im Priesterwald. Auf Grund großer persönlicher Tapferkeit wurde er zum Leutnant befördert und Führer der 3. Kompagnie. Im Dezember wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Im Februar 1915 ließ Lerner in Frankfurt nahe der Festhalle einen Musterschützengraben anlegen, ausgestattet mit <a href="Kr%C3%A4henfu%C3%9F" title="Krähenfuß">Fußangeln</a>, <a href="Stacheldraht" title="Stacheldraht">Stacheldrahtverhau</a> und <a href="Spanischer_Reiter_(Barriere)" title="Spanischer Reiter (Barriere)">spanischen Reitern</a>. Für ein Eintrittsgeld war diese Anlage dem interessierten Frankfurter Publikum zugänglich. Im November 1918 kehrte Lerner zurück zu seiner Familie.
</p><p>Er wurde Mitglied der Kriegerkameradschaft Frankfurt und stand politisch der <a href="Deutschnationale_Volkspartei" title="Deutschnationale Volkspartei">Deutschnationalen Volkspartei</a> nahe, die er 1924 auch finanziell unterstützte.
</p><p>Im Jahr 1926 plante er zusammen mit russischen Stellen eine Flugbootexpedition mit <a href="Dornier-Werke" title="Dornier-Werke">Dornier</a>-Flugbooten. Während der Planung wurde er aber schwer herzkrank, so dass er den Plan aufgab.
</p><p>Theodor Lerner starb 65-jährig zwei Tage nach einem Schlaganfall am 12. Mai 1931 im <a href="Gr%C3%BCneburgweg" title="Grüneburgweg">Grüneburgweg</a> 95. Er war gerade damit beschäftigt, seine 25-jährige Polarfahrertätigkeit in seinem Buch <i>Im Banne der Arktis</i> niederzuschreiben, als ihn der Tod ereilte. Sein Grab befindet sich auf dem <a href="Hauptfriedhof_(Frankfurt_am_Main)" title="Hauptfriedhof (Frankfurt am Main)">Hauptfriedhof</a> links am alten Hauptportal. Er hatte sieben Polarfahrten unternommen.
</p><p>Die Inselgruppe Lernerøyane im Liefdefjorden und der nahe <a href="Gletscher" title="Gletscher">Gletscher</a> Lernerbreen sowie das Kap Lernerneset der Insel <a href="Abel%C3%B8ya" title="Abeløya">Abeløya</a>, <a href="K%C3%B6nig-Karl-Land" title="König-Karl-Land">König-Karl-Land</a>, in Spitzbergen wurden nach Lerner benannt. Auf der Bäreninsel erinnert der Lernervegen, ein Weg von der Kvalrossbukta („Walrossbucht“) zum Sørhamna („Südhafen“), an ihn.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<ul><li>Theodor Lerner: <i>Im Banne der Arktis</i>. Herausgegeben von Frank Berger, Oesch Verlag, Zürich 2005. ISBN 3-0350-2014-0</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Lydia Lerner-Stoltze (Bearb. von Luise Bodensohn): <i>Adolf Stoltze. Ein Dichterleben für Frankfurt</i>. W. Kramer, Frankfurt am Main 1983</li>
<li>Eckart G. Franz: <i>Hessische Entdecker. Forschungsreisen in fünf Erdteilen</i>. Ausstellungskatalog Darmstadt 1981, S. 36 (Lerner), S. 32–35 (Weyprecht).</li>
<li>Tilmann Spreckelsen: <i>Der Nebelfürst</i>. In: <i>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung</i>, 22. Januar 2006, S. 68–69</li>
<li><i>1100 Jahre Linz am Rhein</i>. Festschrift 1974</li>
<li>Paul Herrmann: <i>Traeumen, Wagen und Vollbringen</i>. 1959</li>
<li><a href="Vitalis_Pantenburg" title="Vitalis Pantenburg">Vitalis Pantenburg</a>: <i>Seestrassen durch das grosse Eis</i>. 1976</li>
<li><a href="Hans-Otto_Meissner" title="Hans-Otto Meissner">Hans-Otto Meissner</a>: <i>Im Zauber des Nordlichts. Reisen und Abenteuer am Polarkreis</i>. 1973</li>
<li><a href="Bernhard_Villinger" title="Bernhard Villinger">Bernhard Villinger</a>: <i>Die Arktis ruft</i>. 1929</li>
<li>Fridtjof Nansen: <i>Spitzbergen</i>. 1922</li>
<li>Willi K. Michels: <i>Kurs Arktis</i>. 1976</li>
<li><a href="Per_Olof_Sundman" title="Per Olof Sundman">Per Olof Sundman</a>: <i>Ingenieur Andrées Luftfahrt</i>. 1982</li>
<li><a href="Martin_Mosebach" title="Martin Mosebach">Martin Mosebach</a>: <i><a href="Frankfurt_am_Main_in_der_Literatur#Martin_Mosebach:_Der_Nebelfürst" title="Frankfurt am Main in der Literatur">Der Nebelfürst</a></i>. Frankfurt am Main 2001. ISBN 3-423-13119-5</li>
<li>Frank Berger: <cite style="font-style:italic">Frankfurt und der Nordpol. Forscher und Entdecker im ewigen Eis</cite>. In: Jan Gerchow (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Schriften des Historischen Museums Frankfurt am Main</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>26</span>. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-285-7, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>123–153</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Theodor+Lerner&rft.atitle=Frankfurt+und+der+Nordpol.+Forscher+und+Entdecker+im+ewigen+Eis&rft.au=Frank+Berger&rft.btitle=Schriften+des+Historischen+Museums+Frankfurt+am+Main&rft.date=2007&rft.genre=book&rft.isbn=9783865682857&rft.pages=123-153&rft.place=Petersberg&rft.pub=Michael+Imhof+Verlag&rft.volume=26" style="display:none"> </span></li>
<li>Frank Berger: <i>Profit auf Spitzbergen? Theodor Lerners Pläne zu Tourismus und Bergbau</i>. In: <a href="Cornelia_L%C3%BCdecke" title="Cornelia Lüdecke">Cornelia Lüdecke</a>, Kurt Brunner (Hrsg.): <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://athene-forschung.unibw.de/download/108322/108322.pdf">Von A(ltenburg) bis Z(eppelin). Deutsche Forschung auf Spitzbergen bis 1914. 100 Jahre Expedition des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg</a></i> (PDF; 31,8 MB). Neubiberg 2012 (= <i>Schriftenreihe des Instituts für Geodäsie</i>, Heft 88), S. 93–98.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=117668265">Literatur von und über Theodor Lerner</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/persoenlichkeiten/L/Seiten/TheodorLerner.aspx">Kurzbiographie im <i>Portal Rheinische Geschichte</i></a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Fritz Römer und Fritz Schaudinn: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://archive.org/stream/faunaarcticaeine01rm#page/n3/mode/2up">Fauna Arctica. Eine Zusammenstellung der arktischen Tierformen mit besonderer Berücksichtigung des Spitzbergen-Gebietes auf Grund der Ergebnisse der Deutschen Expedition in das nördliche Eismeer im Jahre 1898</a></i>. Gustav Fischer, Jena 1900</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Stefan Przigoda: <i>Bergbau auf der Bäreninsel? Deutsche Rohstoffinteressen und die Erkundung Svalbards (1871–1914)</i>. In: Cornelia Lüdecke, Kurt Brunner (Hrsg.): <i>Von A(ltenburg) bis Z(eppelin). Deutsche Forschung auf Spitzbergen bis 1914. 100 Jahre Expedition des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg</i>, Neubiberg 2012 (= <i>Schriftenreihe des Instituts für Geodäsie</i>, Heft 88), S. 77–91.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Klaus Barthelmess: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="http://epic.awi.de/28975/">Bäreninsel 1998 und 1899: Wie Theodor Lerner eine Geheimmission des Deutschen Seefischerei-Vereins zur Schaffung einer deutschen Arktis-Kolonie unwissentlich durchkreuzte</a></i>. In: <i>Polarforschung</i> 78, 2009, S. 67–71.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Lydia Lerner-Stoltze (Bearb. von Luise Bodensohn): <i>Adolf Stoltze. Ein Dichterleben für Frankfurt</i>, W. Kramer, Frankfurt am Main 1983, S. 245</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Lydia Lerner-Stoltze (Bearb. von Luise Bodensohn): <i>Adolf Stoltze. Ein Dichterleben für Frankfurt</i>, W. Kramer, Frankfurt am Main 1983, S. 246</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Hans_Steinhagen" title="Hans Steinhagen">Hans Steinhagen</a>: <i>Forscher, Abenteurer, Retter – die Spitzbergenexpeditionen von Kurt Wegener, Herbert Schröder-Stranz und Theodor Lerner 1912/1913</i>. In: Cornelia Lüdecke, Kurt Brunner (Hrsg.): <i>Von A(ltenburg) bis Z(eppelin). Deutsche Forschung auf Spitzbergen bis 1914. 100 Jahre Expedition des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg</i>, Neubiberg 2012 (<i>Schriftenreihe des Instituts für Geodäsie der Universität der Bundeswehr München</i> 88), S. 47–58.</span>
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